OpenCube AJAX Components 

 

 Frage & Antwort
 
Aus dieser Seite möchten wir auf Fragen eingehen, die jemanden durch den Kopf schießen könnten,
für den der motorlose Flugsport mit dem Drachen absolutes Neuland ist.

Ergänzend bietet unsere Übersicht "Abkürzungen, Stichworte und Fachbegriffe" zu vielen Begriffen eine Erklärung
oder einen entsprechenden Link.

 
 
 

    
 
 
1. Was genau ist ein Drachen?
2. Worin unterscheidet sich ein Drachen (HG) von einem Gleitschirm (GS)?
3. Wie gefährlich ist Drachenfliegen?
4. Wo kann man starten, fliegen und landen?
5. Wie kommt der Drachen in die Luft?
6. Wann und bei welchem Wetter kann man fliegen?
7. Muß man sich die ganze Zeit festklammern?
8. Wie bleibt ein Drachen in der Luft?
9. Wie hoch, wie lange und wie weit kann ich mit einem Drachen fliegen?
10. Wie kann ich einen Drachen steuern?
11. Wie kann ich einen Drachen transportieren?
12. Kann ich mir die Farbe meines Drachens aussuchen?
13. Was kostet mich das Drachenfliegen?
14. Brauche ich einen Führerschein?
15. Was lerne ich während der Ausbildung?
16. Wo gibt es Schulen?
17. Brauche ich einen eigenen Drachen zum fliegen?
18. Muss ich mich extra versichern?
19. Welche Voraussetzungen und Anforderungen muss ich erfüllen?
20. Nix für mich? Ich hab' doch Höhenangst bzw. Flugangst...
21. Bin ich zu alt, zu dick, zu blöd zum fliegen?
22. Ich lese immer wieder vom DHV... was ist das?
23. Muss ich mich einer fliegerärztlichen Untersuchung unterziehen?
24. Körperliche Behinderung - nicht unbedingt ein Hindernis?
25. Was wiegt eigentlich so ein Drachen?
26. Brauche ich Fluginstrumente zum Drachenfliegen?
 
 

Deine Frage ist nicht dabei? Dann stell' sie uns im Gästebuch !!!
 

<< zur Übersicht  <<
 
 1. Was genau ist ein Drachen?
 
 

Ein Drachen (oft auch Hängegleiter genannt - daher die gängige Abkürzung HG) besteht grob gesagt aus Aluminiumrohren, die mit einem Segeltuch überspannt sind, so dass ein auftrieberzeugendes Profil entsteht, genau wie an einem Flugzeugflügel.
Unter dem Flügel ist ein Dreieck aus Alu-Rohren befestigt, das dem Piloten die Steuerung des Gerätes durch Gewichtsverlagerung erlaubt.

Bilder: Charly-Finsterwalder
 

 


<< zur Übersicht  <<
 
 2. Worin unterscheidet sich ein Drachen (HG) von einem Gleitschirm (GS)?
 
 
Die wesentlichen Unterschiede zum Gleitschirm sind: Die Flügel sind mit Aluminiumrohren versteift, ein Gleitschirm erhält seine auftriebserzeugende Form erst, wenn der Pilot den Schirm beim Start durch das "Aufziehen" mit Luft füllt.

Beim Drachenfliegen genießt Du die liegende Position, wohingegen ein Gleitschirmflieger "im Himmel sitzt". Nur mit dem Drachen kannst Du das echte "Vogel-Feeling" erleben. Mit dem Drachen kannst Du wesentlich schneller fliegen (>100 km/h sind möglich) als mit einem Gleitschirm, daher fällt das Fliegen bei stärkerem Wind leichter bzw. macht es erst möglich. Dein Drachen bietet Dir mehr aerodynamische Stabilität als ein Gleitschirm...


Gleitschirm

Gleitschirmpilot

Drachen

Drachenpilot

Was ist gefährlicher? Drachen- oder Gleitschirmfliegen?

Man kann pauschal nicht sagen, dass eine der beiden Flugsportarten gefährlicher ist. Beim Gleitschirm treten in turbulenter Luft (Thermik, Starkwind, Windscherungen...) verschiedene Deformationen des Fluggerätes auf. Der Pilot muss diese entweder durch vorrausschauendes, aktives Fliegen vermeiden, oder -wenn nicht vermeidbar- durch die richtige Reaktion ausleiten bzw. korrigieren.
Sollte das nicht gelingen, bleibt nur das Rettungsgerät. Es werden spezielle Sicherheitstrainings empfohlen, in denen diese Flugzustände willkürlich erzeugt werden und die richtigen Reaktionen geübt werden. Start und Landung sind bei böigem, starken Wind sehr anspruchsvoll.

Beim Drachenfliegen ist der Flug selbst durch das stabile Fluggerät eigentlich unkritisch. Ein vorsichtiger Drachenflieger wird das Rettungsgerät in seiner Fliegerlaufbahn wohl nie benötigen. Die einzigen Gründe wären eine Kollision in der Luft, ein Tuck oder beschädigte oder falsch aufgebaute Fluggeräte. Start, Landeeinteilung und Landung sind dagegen anspruchsvoll und somit unfallträchtiger. Grundsätzlich kann ein Drachen jedenfalls nicht einfach so abstürzen, und Unfälle sind zu über 90% eindeutig auf Fehlverhalten des Piloten zurückzuführen, oft auch aus Leichtsinn...
 

 


<< zur Übersicht  <<
 
 3. Wie gefährlich ist Drachenfliegen?
 
 

Drachenfliegen ist so gefährlich wie der Pilot selbst. Zum Drachenfliegen gehört wie bei allen Flugsportarten ein hohes Maß an Verantwortung und Charakterstärke. Ein 'guter' Pilot ist in der Lage sein Gerät wieder abzubauen und auf einen Flug zu verzichten, z.B. bei zweifelhaften Flugbedingungen, wenn er sich nicht fit fühlt, oder das Fluggerät nicht in Ordnung ist.
Wichtig ist auch dass Du als Newcomer am Anfang einen Drachen fliegst, der Dich nicht überfordert. Es gibt zum Beispiel auch Drachen, die sind fast so langsam zu fliegen und zu landen wie ein Gleitschrim (die Skyfloater) und bieten dabei auch ein völlig stabiles Flugverhalten.

Sicherheit wird beim Drachenfliegen groß geschrieben. Kernstück der Sicherheit sind ein geprüftes und zugelassenes Fluggerät, sowie eine professionelle Pilotenausbildung. Zur Sicherheitsausrüstung gehören Helm und Rettungsfallschirm. Wer die Sicherheitsgrundsätze einhält und das Wetter berücksichtigt, dem kann eigentlich nichts passieren.
Daher wird Drachenfliegen versicherungsrechtlich vom Bundesarbeitsgericht als nicht besonders gefährlich eingestuft.


Demonstration Rettungsgerät

Fliegerhelm (mit Funk)

Entgeltfortzahlung: Drachenfliegen ist nicht "besonders gefährlich"
Drachenfliegen ist keine "besonders gefährliche" Sportart, so dass ein Arbeitgeber Lohn oder Gehalt fortzahlen muss, wenn ein Mitarbeiter wegen eines Unfalls beim Drachenfliegen arbeitsunfähig krank ist und ihm nicht nachgewiesen werden kann, dass er die üblichen Sicherheitsvorkehrungen und Regeln verletzt hat. (Bundesarbeitsgericht, 5 AZR 338/79)

Quelle: zdf.de

Ein Drachen wird wie ein Auto erst nach technischer Prüfung (Belastungstests, aerodynamische Tests, Testflüge) als Muster zugelassen und muss auch regelmäßig zum Check (=Drachen-TÜV / Gütesiegelprüfung).
 

 


<< zur Übersicht  <<
 
 4. Wo kann man starten, fliegen und landen?
 
 

Start:
Gestartet werden darf nur auf vom DHV zugelassenen Geländen, wovon es aber eine ganze Menge gibt. Zum Starten müssen natürlich einige Vorraussetzungen erfüllt sein. Das Wetter muss unbedenklich sein, der Wind darf nicht von hinten kommen (mit Rückenwind kann nicht gestartet werden) und der Luftraum muss frei sein.

In Österreich gibt es wie überall auf der Welt zugelassene Fluggelände, aber es darf auch an anderen Stellen gestartet werden, wenn ein gefahrloser Start und eine gefahrlose Landung möglich sind und die Grundstückseigner einverstanden sind. Ausnahmen sind Kontrollbereiche von Flugplätzen und Flugschulgelände (dort muss die Flugschule um Erlaubnis gefragt werden).

Flug:
Der Luftraum ist in verschiedene Zonen gegliedert. In den einen darf man fliegen, in den anderen nur mit Einschränkungen oder unter bestimmten Voraussetzungen (z.B. Flugfunk), in wieder anderen Lufträumen darf gar kein Drachen geflogen werden (z.B. in Flughafennähe). Genaueres, z.B. das Lesen der Luftraumkarten, lernst Du im Theorie-Unterricht der Ausbildung.

Landung:
Gelandet werden muß auf einem offiziellen Landeplatz. Manche Fluggelände haben reine Drachenlandeplätze. Häufiger kommen gemischte Landeplätze vor (Drachen und Gleitschirm). Überall gelandet werden darf bei Notfällen oder wennn Du bei Unfällen zur Hilfe eilen musst.
Wer den Streckenflugschein / B-Schein hat (das ist die höchste Scheinstufe) darf prinzipiell auch sogenannte 'Aussenlandung' machen. Bei Flurschäden ist der Pilot über die normale Haftpflicht versichert.

Anfängerfreundliche Fluggebiete findet Ihr in unserer Gelände-Datenbank.


 

 


<< zur Übersicht  <<
 
 5. Wie kommt der Drachen in die Luft?
 
 
Entweder wird von einem Startgelände an einem Berghang mit Anlauf gestartet. Oder Du lässt Dich von einer Winde oder einem Ultraleicht-Flieger (UL) in die Lüfte schleppen. Mehr erfährst Du in unserer Rubrik (Um-)Schulung.
 

 


<< zur Übersicht  <<
 
 6. Wann und bei welchem Wetter kann man fliegen?
 
 
Geflogen werden kann generell zu jeder Jahreszeit. Allerdings sollte es weder regnen, noch schneien oder sogar hageln - das kann schnell ins Auge gehen, da sich die Flugeigenschaften des Drachens stark verändern, wenn das Segel richtig Nass wird oder vereist.
Bestimmte Wetterlagen (Gewitter, Fön, starke Turbulenzen bei Starkwind) sind Tabu. Auch Nachts darf nicht geflogen werden (wir haben leider kein Sonar wie die Fledermäuse).
   
Noch eine Bedingung gibt es: Der Wind muss aus der zum Startplatz passenden Richtung in einer angemessenen Stärke wehen, da nur mit Gegenwind oder Nullwind gestartet werden kann. Aber bist Du erstmal abgehoben ist die Windrichtung ziemlich egal. Drachenflieger kleben förmlich stets mit einem Auge an der Wetter- und Windvorhersage, weshalb wir auch etliche Wetter-Links auf unserer Linkseite angebracht haben.
 

 


<< zur Übersicht  <<
 
 7. Muß man sich die ganze Zeit festklammern?
 
 
Das könnte niemand aushalten. Du liegst bequem im Gurtzeug, das im Schwerpunkt des Drachens mit einem Karabiner eingehängt ist. Nach dem Start ziehst Du die Beine ins Gurtzeug, das dann wie bei einem Schlafsack mit einem Reißverschluss bis zur Landung verschlossen wird.
 

Gurtzeug

 


<< zur Übersicht  <<
 
 8. Wie bleibt ein Drachen in der Luft?
 
 

Ein Drachen (oft auch Hängegleiter genannt - daher die gängige Abkürzung HG) besteht grob gesagt aus Aluminiumrohren, die mit einem Segeltuch überspannt sind, so dass ein auftrieberzeugendes Profil entsteht, genau wie an einem Flugzeugflügel.
 

Der Drachenflügel ist auf der Oberseite stärker gewölbt als an der Unterseite. Deshalb muss die Luft, die von vorne nach hinten über das Segel strömt, an der oberen Seite des Segels eine weitere Strecke zurücklegen, als die Luft an der Unterseite - und das in der selben Zeit.
So entsteht an der Oberseite ein Unterdruck, der den Drachen durch einen Sog nach oben zieht (ca. 2/3 der Auftriebskraft). An der Unterseite hingegen entsteht ein Überdruck, der den Drachen nach oben drückt (ca. 1/3 der Auftriebskraft). Wirkt die Auftriebskraft, so sagt man "die Strömung liegt an".
 
Höhe (=potentielle Energie) kann in Geschwindigkeit (=kinetische Energie) verwandelt werden, und umgekehrt - d.h. je schneller Du fliegst, desto schneller sinkst Du mit Deinem Drachen. Und wenn Du bei hoher Geschwindigkeit den Drachen abbremst, so wird er ein Stückchen steigen.
 
Um aber wirklich hoch hinaus zu kommen, musst Du Thermik suchen und nutzen. Dabei fliegst Du wie ein Raubvogel immer im Kreis - möglichst nah am Zentrum der Thermik, die oft wie ein Schlauch in den Himmel ragt (unsichtbar, oft unter Wolken), und lässt Dich in einer spiralförmigen Flugweise in die Höhe tragen. Man spricht dann in Fliegerkreisen von einem Thermik-Bart den man auskurbelt.

Der Drachen steigt also nicht gegeüber der Luft, sondern mit der warmen Luft in der Thermik, die schneller steigt als die Umgebungsluft. Ausserdem gibt es noch andere Möglichkeiten lange in der Luft zu bleiben. Zum Beispiel in einem 'Aufwindband' zu fliegen, das an einem Hang dadurch entseht, dass anströmender Wind in die Höhe gepresst wird. Oder
auch im wunderbar gleichmäßigem Seewind, der durch grossräumige Luftzirkulation an Meeresküsten entsteht.
 


Hang-Aufwindband in flacherem Gelände

Hang-Aufwindband in steilerem Gelände

 


<< zur Übersicht  <<
 
 9. Wie hoch, wie lange und wie weit kann ich mit einem Drachen fliegen?
 
 
Solange Du Luft findest, die aufgrund Ihrer Wärme schneller aufsteigt als Dein Drachen sinkt (=Thermik) kannst Du steigen - manchmal bis auf über 4000m, das hängt von der Stabilität bzw. Labilität der Luftmassen ab. Allerdings braucht man in dieser Höhe schon ein Sauerstoffgerät. Ab 3000m Höhe kann die Entscheidungsfähigkeit des Piloten bereits wegen Sauerstoffmangels erheblich beeinträchtigt sein.
 
Nach einem Start auf einem 500m hohen Berg landest Du, wenn Du keine Thermik findest, nach ca. 8 Minuten auf dem Landeplatz - dann bist Du die 500 Höhenmeter einfach hinabgesegelt.
Suchst und erwischst Du allerdings eine Thermik, so kannst Du Dich hoch hinaustragen lassen und von dort aus weiterfliegen, um weiter unten wieder neue Thermik zu suchen und Dich von neuem hochtragen zu lassen und weiterzufliegen...usw. usw.
 
So kann man manchmal einige hundert Kilometer weit fliegen - ganz ohne Motorkraft!!! Es gibt offizielle Streckenflug-Wettbewerbe (oft XC-Cups genannt) in fast allen Ländern der Welt.
Ein guter Flug misst sich nicht allein an seiner Dauer, aber 1 Std. bis 3 Std. fliegen ist oft drin. Der Rekord liegt bei über 11 Stunden...
 

 


<< zur Übersicht  <<
 
 10. Wie kann ich einen Drachen steuern?
 
 
Ein Drachen wird allein durch die Verlagerung des Schwerpunktes gesteuert. Dies geschieht, indem der Pilot (gelb) sich im Trapez (grün) nach vorne, hinten, rechts oder links bewegt. Dabei stößt er sich an der Basis (grün, waagerecht) ab und liegt entspannt in seinem Gurtzeug.

Bewegt der Pilot sich nach links, so leitet der Drachen eine Linkskurve ein, die anschließend mit einer Bewegung des Piloten nach rechts wieder ausgeleitet wird.
Umgekehrtes gilt für eine Rechtskurve.

Drückt der Pilot die Basis in Richtung seiner Füße (schiebt sich also nach vorne über die Basis hinweg), so wird der Schwerpunkt nach vorne verlagert, der Drachen beschleunigt - und sinkt schneller. Drückt der Pilot die Basis von sich nach vorne weg, so wird der Drachen langsamer. Bei sehr starkem Drücken kommt es zum Stall (=Strömungsabriss).
 

 


<< zur Übersicht  <<
 
 11. Wie kann ich einen Drachen transportieren?
 
 
Wirf einen Blick in unsere Transport-Tipps.
 

 


<< zur Übersicht  <<
 
 12. Kann ich mir die Farbe meines Drachens aussuchen?
 
 
Wenn Du den Drachen fabrikneu kaufst, kannst Du bei der farblichen Gestaltung des Segels immer ein Wörtchen mitreden. Bei gebrauchten Geräten oder Vorführgeräten musst Du Dich natürlich mit dem vorhandenen Design anfreunden... 
 

 


<< zur Übersicht  <<
 
 13. Was kostet mich das Drachenfliegen?
 
 

Drachenfliegen - die billigste Art zu fliegen !!!
Die Ausbildung bis zum beschränkten Luftfahrerschein (A-Schein), mit dem du an fast allen Fluggeländen fliegen darfst, kostet ca. EUR 900.-
Die Ausbildung im Tandem am UL-Schlepp ist deutlich teurer, da ja auch die Spritkosten und der UL-Pilot mit bezahlt werden müssen. Und der Fluglehrer noch intensiver gefordert ist wie am Hangstart.
 
Eine komplette Einsteigerausrüstung mit Drachen, Gurtzeug, Rettungsgerät (=Fallschirm) und Helm bekommt man gebraucht schon ab EUR 1.200.- bis EUR 1.800,- Die Neupreise für herkömmliche Drachen liegen zwischen EUR 3.000,- (Einsteiger) und ca. EUR 5.000,- (Hochleisterdrachen). Für eine Wettkampfmaschine musst Du neu ca. EUR 7.000,- berappen. Ein Starrflügler kostet zwischen EUR 7.000,- und 9.000,-

 
Ein Drachen kann - wenn sorgsam mit ihm umgegangen wird - weit über 10 Jahre geflogen werden.


Starrflügler
   

 


<< zur Übersicht  <<
 
 14. Brauche ich einen Führerschein?
 
 
Ja, Du musst eine praktische und theoretische Ausbildung mit anschließender Prüfung durch den DHV absolvieren, um alleine und selbstständig fliegen gehen zu dürfen.
Über die verschiedenen Ausbildungsarten (Hangstart, Winde, UL-Schlepp) erfährst Du mehr in unserer Rubrik (Um-)Schulung.
 
Die Prüfung verläuft ähnlich der Autoführerscheinprüfung: nach bestandener theoretischer Prüfung wird ein Prüfungsflug absolviert, der vom Boden aus vom DHV-Prüfer in drei Teile unterteilt bewertet wird: Start, Flug und Landung.
 

 


<< zur Übersicht  <<
 
 15. Was lerne ich während der Ausbildung?
 
 
Die Ausbildung beginnt mit Laufübungen im flachem Gelände eines Übungshangs. Mit dem Drachen auf den Schultern läufst Du ein Stück, bis Du merkst, dass er immer leichter wird und schließlich fliegt.

Video vom Übungshang (3.5 MB)

Über den weiteren Verlauf der praktischen Ausbildungsarten erfährst Du mehr in unserer Rubrik (Um-)Schulung.

Im Theorieunterricht (20 Std.) erfährst Du einiges über die folgenden Themen:
 > Gerätekunde
 > Flugpraxis (Sicherheit und Gefahreneinweisung)
 > Wetterkunde
 > Luftrecht
 > Aerodynamik
 > Verhalten in der Natur
 

 


<< zur Übersicht  <<
 
 16. Wo gibt es Schulen?
 
 
Wirf einen Blick in unsere Schulendatenbank.
 

 


<< zur Übersicht  <<
 
 17. Brauche ich einen eigenen Drachen zum fliegen?
 
 

In der Grundausbildung zum L-Schein fliegst Du am Übungshang mit einem Drachen, den für gewöhnlich die Flugschule zur Verfügung stellt.
Entscheidest Du dich nach dem L-Schein für's Weitermachen zum A-Schein, so solltest Du Dir einen eigenen Drachen anschaffen, der zu Deinem Körpergewicht und Deinem Können genau passt.

Anfängerfreundliche Drachen findest Du zur Genüge in unserer Gerätedatenbank ;-)
 

 


<< zur Übersicht  <<
 
 18. Muß ich mich extra versichern?
 
 
In der Aubildung brauchst du keinen Versicherung, da Schäden an Anderen durch die Haftpflichtversicherung der Flugschule abgedeckt sind.
Nach Absolvierung des A-Scheins, also als sogenannter Freiflieger, muss man einen Halterhaftpflichversicherung für Personen- und Sachschäden über 3 Mio. EUR Deckungssumme abschließen.
Der DHV bietet hier eine weltweit gültige und günstige Versicherung. Zusatzversicherungen sind nur für Fluglehrer und Tandempiloten vorgeschrieben.

Eine Berufunfähigkeitsversicherung abzuschließen ist deine eigene Entscheidung, vielleicht hast du ja schon eine.
Dabei muss man bei den meisten Versicherung einen Aufpreis als Drachenflieger in Kauf nehmen. Es gibt aber auch Versicherungen, die keinen Aufschlag für Drachenflieger berechnen.

Für Medizinische Kosten kommt während der Ausbildung und danach die normale Krankenversicherung auf.

Drachenfliegen ist versicherungsrechtlich nicht als gefähliche Sportart eingestuft. Die Kosten für die Krankenkassen sind im Vergleich zu anderen (Breiten-) Sportarten vernachlässigbar.
 

 


<< zur Übersicht  <<
 
 19. Welche Voraussetzungen und Anforderungen muss ich erfüllen?
 
 
Das wichtigste ist, daß du mindestens 14 Jahre alt, und bereit bist Dir viel Zeit zu nehmen, um das Fliegen gründlich zu lernen und regelmäßig zu praktizieren.
Du brauchst nicht besonders sportlich sein, Ausdauer aber kann vor allem in der Ausbildung und bei langen Flügen nicht schaden. Muskelpakete sind ebenfalls nicht erforderlich - das zeigen Frauen, die mit dem Drachen erfolgreich fliegen. Eine Altersgrenze nach oben gibt es nicht.
Eine gesunde Portion Selbstvertrauen solltest Du in Verbindung mit gesunder Selbsteinschätzung mitbringen und natürlich vor allem Lust aufs Fliegen! Verantwortungsbewusstsein sollte Dir auch ein Begriff sein...
 

 


<< zur Übersicht  <<
 
 20. Nix für mich? Ich hab' doch Höhenangst bzw. Flugangst...
 
 
Höhenangst:
"Wenn ich im 4. Stock über das Geländer sehe, wird mir ganz anders, und ich ziehe mich zügig aber behutsam zurück. Das selbe an Abhängen, Türmen oder Bergen. Aber wenn ich meine Flügel auf dem Rücken habe ist dieses Gefühl wie weggeblasen, denn ich weiß: I CAN FLY !"
Allerdings ist Höhenangst etwas sehr subjektives und sollte nicht einfach ignoriert werden; Schwindelfreiheit dagegen ist nicht unbedingt eine Vorraussetzung fürs Drachenfliegen.
 
Flugangst:
Es ist nicht für alle Menschen einfach und selbstverständlich, sich in ein Flugzeug zu setzen und einem Wildfremden sein Leben anzuvertrauen. Man sitzt in seinem Sessel, bekommt nichts aus dem Cockpit mit und hofft und vertraut...
 
Aber beim Drachenfliegen bist DU der Pilot - Du weißt genau was Du Dir zumuten kannst und willst!
 

 


<< zur Übersicht  <<
 
 21. Bin ich zu alt, zu dick, zu blöd, zu schwach zum fliegen?
 
 
Zu alt? Es gibt genügend Flieger die weitaus älter als 60 Jahre sind, und etliche fangen in diesem Alter "erst" die Ausbildung an - wo ein Wille ist...
Zu dick? Der Drachen mit dem Du fliegst und dessen Segelfläche ist stets auf Dein Körpergewicht abgestimmt. Besonders Schwergewichtige fliegen einfach einen sogenannten Tandem-Drachen, mit dem man normalerweise zu zweit fliegt.
Zu blöd? Es geht hier weniger um Intelligenz... viel mehr um Intuition und Gefühl, und die Fähigkeit Gefahrenpotential zu erkennen und zu minimalisieren - d.h. nicht übermütig zu werden und den nötigen Respekt zu bewahren.
Zu schwach? Die Kraftanstrengung beim fliegen ist eher gering (je nach Flugdauer und Bedingungen). Selbstverständlich können Frauen die den Willen haben die anstrengende Grundausbildung durchzuziehen drachenfliegen. Leider fliegen bisher vieeeeel zu wenig Mädels mit dem Drachen durch die Gegend. Wo seid Ihr ???
 

 


<< zur Übersicht  <<
 
 22. Ich lese immer wieder vom DHV... was ist das?
 
 

DHV steht für "Deutsche Hängegleiter Verband". Das ist der Dachverband der Deutschen Drachen- und Gleitschirmflieger. Der DHV hat vom Staat Aufgaben übertragen bekommen, wie z.B. Prüfung und Zulassung von Geräten, Geländen, Piloten, ... Der DHV versendet an alle Mitglieder eine informative und unterhaltsame Fachzeitschrift "DHV Info" und bietet Dir kostengünstige Versicherungen (Haftpflicht, Unfallvers., Tandemvers., Fluglehrervers., etc.)
Schau einfach mal auf die Homepage des DHV, da wirst Du sehen, dass die eine ganze Menge fürs Fliegen tun...
 
Weitere Abkürzungen, Stichworte und Fachbegriffe findest Du hier.


  

 


<< zur Übersicht  <<
 
 23. Muss ich mich einer fliegerärztlichen Untersuchung unterziehen?
 
 

Ein fliegerärztliches Zeugnis ist für das Drachenfliegen nicht notwendig. Die Ausbildungsstelle (Flugschule) entscheidet vor bzw. während der Ausbildung, ob der Pilot physisch und psychisch in der Lage ist, die Pilotenlizenz zu erwerben.
 

 


<< zur Übersicht  <<
 
 24. Körperliche Behinderung - nicht unbedingt ein Hindernis?
 
 

Generell gilt dass Du, auch wenn Du eine körperliche Behinderung hast, gute Chancen hast, das Drachenfliegen zu erleren und zu erleben. Auch für Rollstuhlfahrer gibt es Möglichkeiten, mit dem Drachen zu fliegen. Mehr darüber hier.
 

 


<< zur Übersicht  <<
 
 25. Was wiegt eigentlich so ein Drachen?
 
 

Das Gewicht hängt stark von der Größe bzw. Segelfläche des Gerätes ab. Kleinere, leichtere Piloten benötigen kleinere Flügel.
Ausserdem wiegen Einsteigergeräte in der Regel weniger als Hochleistungsdrachen oder gar Starrflügler.
Wenn der Wind ins Segel greift (am Start mit Gegenwind) spürst du das Drachengewicht kaum noch. Im Flug hält der Drachen Dich, und das Gewicht ist egal.

Ein typischer Einsteiger wiegt ca. 24 - 30 kg
Hochleister sind schwerer, da Sie mehr Segelmaterial haben: ca. 28 - 35 kg
Turmlose Drachen oder Wettkampfgeräte wiegen ca. 32 - 38 kg
Tandemgeräte und Starrflügler wiegen zwischen 34 und 40 kg

Manche Skyfloater und Einsteiger wiegen nicht mehr als knappe 20 kg!
Also wenig mehr als ein Gleitschirm mit Ausrüstung...

Ihr könnt in der Gerätedatenbank nach Drachengewicht sortieren.
 

 


<< zur Übersicht  <<
 
 26. Brauche ich Fluginstrumente zum Drachenfliegen?
 
 

Du brauchst zunächst keine Instrumente.
Es ist sogar wichtig, dass du lernst, deine Flughöhe, Höhengewinn und -Verlust per Augenmass (z.B. am Hang) einzuschätzen.
Auch deine Geschwindigkeit kannst du sehr gut über das Fahrt- und Segelgeräusch abschätzen. Spätestens wenn du Thermikfliegen lernen willst, ist es aber eine große Hilfe, Fluginstrumente am Drachen zu haben. Das Variometer zeigt dir optisch und akustisch dein Steigen oder Sinken an. Im Vario mit Flugspeicher sind auch ein Höhenmesser und weitere Features (wie z.B. eine Temperaturanzeige) integriert; auf Wunsch auch ein Geschwindigkeitsmesser.
Für Streckenflieger ist das GPS wichtig, das dir erlaubt, eine genaue Ortsbestimmung im Flug durchzuführen bzw. bestimmte Punkte gezielt anzufliegen. Der Flug wird gespeichert und kann so auch z.B. in den Wettbewerbsrechner des DHV eingegeben werden (online-contest) oder direkt am eigenen Laptop ausgewertet werden. Es gibt auch nicht-elektronische Instrumente wie z.B. einen Kugelkompass, ein Staudruckrohr zur Geschwindigkeitsmessung oder ein barometrischer analoger Höhenmesser.
Links zu Zubehörhändlern findet ihr auf unserer Linksseite.

 
 


Variometer


Kugel-Kompass

Höhenmesser

Staudruckrohr

GPS